Der No-Tie® – Modisches Accessoire in der Tradition der Halsberge

Seit langer Zeit ist es für den modischen Mann gesellschaftlich unangefochtene Etikette, dienstlich neben dem Anzug und einem Hemd die obligatorische Krawatte zu tragen. Allenfalls zu offiziellen oder festlichen Anlässen und Bällen ist alternativ das Tragen eines Querbinders – der Fliege – üblich.

In den letzten Jahrzehnten ist an vergleichbaren Accessoires für den Herren keine Innovation mehr erkennbar. Anders ist es bei den Damen, deren Auswahl an Accessoires geradezu unendlich erscheint. Bei den Herren ist lediglich zu beobachten, dass Form, Farbe oder Materialien der Krawatten (breit oder schmal, einfarbig oder bunt, gestreift oder gepunktet – Stoff, Seide oder Leder) einem Trend unterliegen. Abwechslung in Gestalt gänzlich anderer schmückender Ergänzungen zu Hemd und Anzug sind so gut wie ohne jede Bedeutung geblieben. Dabei ist es tatsächlich so, dass in der Vergangenheit ganz andere Kleidungsstücke getragen wurden, die allerdings teilweise nahezu vollständig in Vergessenheit geraten sind.

Die Krawatte und ihr schleichendes Verschwinden

Auf der anderen Seite ist zu beobachten, dass außerhalb festlicher Anlässe ein klarer Trend weg von der Krawatte geht. Auch in den oberen Etagen des Managements der größten Unternehmen wird, in Anlehnung an die erfolgreichen Manager des Silicon Valley, heute wie selbstverständlich auf das Tragen von Krawatten verzichtet.

Dies hängt auch mit einem Verjüngungs-Trend zusammen, dem sich inzwischen auch konservativ geprägte Firmen zunehmend beugen. Man orientiert sich an den „hippen“ Start-Ups, die in der Gesellschaft immer mehr Aufmerksamkeit erzeugen. Alteingesessene Zeitungen arbeiten heute mit Jugendsprache, Sparkassen werben mit tätowierten Menschen – da passt die Krawatte nicht mehr ins Bild. Man trägt also heute Alternativen oder einfach „no tie“, keine Krawatte.

Die Bielefelder Designerin Rebekka Tegtmeier hat diesen Trend mit ihrem Modelabel Manufaktur 512 aufgenommen und eine neue Alternative zur Krawatte kreiert, die auf der einen Seite ein völlig neues Kleidungsstück ist, andererseits aber an eine alte, vergessene Tradition anknüpft, diese aber völlig neu interpretiert.

Die neue Alternative

Der No-Tie® ist ein neu entworfenes Kleidungsstück, dessen Grundidee gleichzeitig auf eine historische, aristokratische Herrenmode, nämlich die von adeligen Rittern begründete Tradition des Tragens der Halsberge, zurückgeht. Die Designerin hat ihn schließlich im Januar 2016 erstmals bei der Fashion Week in Berlin vorgestellt. Seitdem wird er als eingetragenes, geschütztes Design und eingetragene Marke „No-Tie®“ exklusiv durch Manufaktur 512 hergestellt und vertrieben.

Von Rittern, Kavalieren und Rembrandt

Die Wurzeln des No-Tie® liegen bereits im frühen Mittelalter, als die oben erwähnte sogenannte Halsberge Teil der Ritterrüstung war. Sie schützte, wie der Name schon sagt, den Hals des Ritters und war in der Regel aus Stahlblech.

Rembrandt Selbstbildnis mit Halsberge 1629 Bild: Selbstbildnis mit Halsberge - Rembrandt van Rijn, 1629

Ritter waren, als häufig dem Adelsstand entstammende Krieger, hoch angesehene Männer, die einen ihrem Stand entsprechenden Stolz ausstrahlten. Dies war auch der Halsberge zu verdanken, die durch das Material (steifes Metall) praktisch eine aufrechte und gerade Haltung des Ritters erzwangen. Aus dieser Grundhaltung heraus wurde die Halsberge als schmückendes Accessoire zu Beginn der Neuzeit in die Mode der Oberschicht übernommen. Sie war kleiner, ohne Schutzwirkung, blieb aber zunächst weiterhin aus Metall und war zunächst vor allem bei "jungen Kavalieren" der Mittel- und Oberschicht sehr angesagt. Meistens waren es junge Offiziere, die nach optischen Zeichen ihrer Position und der Tradition und Verbindung zu den Rittern des frühen Mittalalters suchten.

In den folgenden Jahrzehnten wurde die Halsberge stetig kleiner, das Material wechselte zunehmend von Metall auf Stoff und die Optik wurde edler und bunter.

Fortan entdeckten die Künstler und die aufkommende bürgerliche Schicht die Halsberge für sich. Bekannt für das Tragen dieses Accessoires ist etwa der Maler Rembrandt. So gibt es z.B. einige Selbstbildnisse von Rembrandt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, auf denen er dieses Modeaccessoire trägt, z.B. das im Museum der Stadt Nürnberg ausgestellte „Selbstbildnis mit Halsberge“ wohl aus dem Jahr 1629. Es gilt als Zeichen einer Gestaltung der Kleidung als Adeliger oder Offizier und es wird vermutet, dass Rembrandt dies als eine Art Kostüm, möglicherweise aber auch als festliche Kleidung nutzte. Ein weiteres Selbstbildnis von Rembrandt aus dem Jahr 1634 zeigt ihn nochmal mit einer solchen, allerdings bereits etwas anders gestalteten, Halsberge.

Von der Halsberge zum No-Tie®

In der Zeit nach Rembrandt gab es dann diverse textile Varianten, die durch das "hoch Geschlossene" auf dieselbe Idee zurückgingen. Immer bildete es ein - zumeist zu Kragen getragenes - am Hals befindliches, jedoch immer kleiner und edler erscheinendes Bekleidungsstück für den modernen, gesellschaftlich anerkannten Mann.

Irgendwann im 17. Jahrhundert verschwand diese Tradition. Niemand kann derzeit genauer den Grund oder ein Ereignis nennen, offensichtlich kam die Halsberge aus der Mode. Erst viel später wurde die Krawatte als das maßgebliche Kleidungsstück aus Frankreich auch im übrigen Europa in populär. Auch die Krawatte entstand, wie die Halsberge, zunächst beim Militär – ihr Ursprung im modernen Europa wird der kroatischen Kavallerie zugerechnet, von wo aus sie den Weg in das Bürgertum fand.

Die Designerin Rebekka Tegtmeier hatte im Jahr 2014 die Idee, angesichts der immer deutlicher werdenden Abwendung von der Krawatte und dem Fehlen von Alternativen in der bisherigen Männermode ein neuartiges, schmückendes und tragbares Accessoire für den Mann zu entwerfen.

Hierdurch entstand die Idee einer besonderen Form eines Querbinders, der orientiert an den ins Vergessen geratenen Ansätzen der Halsberge eine zeitgemäße und edle – gleichzeitig aber zu allen Gelegenheiten tragbare – Alternative zur Krawatte darstellt. Da es sich nicht um eine Krawatte, sondern eine „Nichtkrawatte“ handelt, war der heute geschützte Name „No-Tie®“ schnell gefunden.

Der No-Tie® wird heute aus edlen Stoffen in vielen Designs, ggf. aber auf Wunsch des Kunden in allen Ausführungsformen, Farben und Stoffen in Handarbeit individuell hergestellt. Er ist ein besonderes, gleichwohl trotz der individuellen Fertigung erschwingliches, Accessoire für den modernen Mann und in der Tradition der Halsberge ein Ausdruck eines besonderen Modebewusstseins. Der No-Tie® hebt sich angenehm, aber unaufdringlich von allen anderen bekannten Accessoires für den Mann ab und weist den Träger als zwar modebewussten, jedoch einer Tradition und Kontinuität verbundenen Herrn aus. Der No-Tie® orientiert sich damit an den Anfängen der Historie der jahrhundertelang in Vergessenheit geratenen Halsberge und greift die Ur-Form wieder auf.

Neues Accessoire – neue Möglichkeiten

Der No-Tie® lässt sich angenehm tragen und ist sowohl in einfarbig als auch in ganz unterschiedlichen Mustern und Materialien erhältlich. Er passt zu nahezu allen Anlässen und hat zudem zwei entscheidende Vorteile: Viele Herren schätzen es, den obersten Hemdknopf geöffnet zu lassen – dies ist beim No-Tie® als übliche Trageform vorgesehen und von außen für Dritte nicht sichtbar. Vielmehr gibt der geöffnete Knopf dem No-Tie® die richtige Optik und Form und wird durch diesen vollständig verdeckt. Anders als sein mittelalterlicher Vorgänger hat er also einen ausgezeichneten Tragekomfort.

Der No-Tie(R) in Kombination mit Kummerbund und Smoking Bild: Der No-Tie® in Kombination mit Kummerbund und Smoking. Bildautor: Manufaktur 512

Der zweite besondere Vorzug dieses Accessoires erschließt sich fast von selbst, wenn man diesen neuartigen Querbinder in der Hand hält: Jeder No-Tie® hat zwei Seiten. Sie haben also ein Kleidungsstück, das Sie in zwei Tragevarianten zu unterschiedlichsten Outfits kombinieren können. Und wenn Sie möchten, können Sie dies ganz individuell anfertigen lassen.

Akzeptiert auch beim »großen Anlass«

In traditionellem Schwarz gehalten ist der No-Tie® auch zu Bällen im Dresscode „Black Tie“ zum Smoking eine akzeptierte, moderne und dennoch traditionelle Alternative zur schwarzen Fliege. Viele unserer Kunden haben uns dies bereits bestätigt. Der No-Tie® ist wie die Halsberge im 17. Jahrhundert ein echter Hingucker, der Ihnen anerkennende Blicke fast garantiert.

Bei Hochzeiten wird der No-Tie® vom Bräutigam gern in Kombination mit einem Kummerbund getragen. Und besonders bei diesen Anlässen kommt ein oben bereits erwähnter Vorzug des No-Tie® zum Tragen: Die zweite Seite (bzw. Rückseite) des Accessoires kann ebenfalls abgestimmt werden, z.B. auf ein weiteres Party-Outfit oder für die anschließende alltägliche Nutzung.

Lassen Sie sich von der Vielfalt dieses schönen und besonderen Accessoires für den modernen Mann überzeugen. Viele Gestaltungsformen werden Sie in unserem Onlineshop und in Kürze auch in unserem Showroom in Bielefeld finden. Haben Sie besondere Material- und Gestaltungswünsche, vielleicht sogar zu besonderen Anlässen oder z.B. in Kombination mit Gestaltungen als Partner-Outfit für die begleitete Dame, dann sprechen Sie uns an. Gern setzen wir Ihre ganz individuellen Wünsche um.

Den No-Tie® erhalten Sie exklusiv nur bei der Manufaktur 512.

No-Tie® ist eine geschützte Marke und ein geschütztes Design von Manufaktur 512.

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